Freitag, 25. Juli, 2008.

Seglerführer

Interessante Routen

Es ist schon Standard geworden den Gästen interessante Routen anzubieten. Unserer Meinung nach ist dies nicht sok lug – erstens werden dadurch einzelne Ortschaften zu überfüllt und es gibt keine Anlegeplätze in der Hochsaison und dies hält den Drang der Gäste zur «erforschen von Neuem» auf einem Minimum. An einer Küste mit 1000 Inseln wäre dies auch eine wahre Schande. Schauen Sie sich die Anmerkungen und Tipps in der Fortsetzung an, denn wir wissen nicht ob Sie lieber ruhige Buchten suchen, ohne Bewohner, Nationalparks – oder wiederum Gourmet sind, der gut essen, trinken und das Nachtleben genießen möchte.
Von Norden Richtung Süden, erreichbar von Split oder Dubrovnik auf Kreuzfahrten die eine oder zwei Wochen dauern:

Kornati ( Telašćica ) – Eine Gruppe von 147 Inseln, nördlich von Split. Wegen ihrer außerordentlichen Schönheit wurden sie zu einem Nationalpark (cca. 60 Nm von Split entfernt), wobei unweit entfernt (20 Km) am Festland ein weiterer Nationalpark – die Krka Wasserfälle liegen und die einmaligen Weinberge um Primosten (15 Nm von Split). Die Region am Festland zwischen Split und Sibenik ist dicht angesiedelt und bietet im Sommer gute Nachtunterhaltung (Vodice).

Insel Brač – einfach aus Split zu erreichen ( 15 Nm ). Bekannter Sandstrand – Zlatni rat in Bol – der auch ein Naturphänomen ist. Aktives Nachtleben, sehr beliebt auch für Einheimische, viele Restaurants mit gutem Angebot.

Insel Hvar und Pakleni Otoci ( cca 30 Nm von Split )– die herrliche Altstadt von Hvar, das Tourismuszentrum Jelsa, Pinienwälder, Fischspezialitäten und exzellenter Wein.

Insel Vis - ( cca 25Nm von Hvar )- der Ort datiert aus dem IV. Jahrhundert, Sandstrände, sehr gute Tauchgründe, Bisevo mit der Blauen Grotte einem anderen Naturphänomen – Komiza das Dorf freundlicher Fischer.

Korčula - (cca 50Nm von Dubrovnik) – die Altstadt von Korcula mit einmaliger Architektur, der Geburtsort des Weltreisenden Marco Polo, viele kleine Dörfer mit spezifischem Brauchtum, Weinberge und Weinkeller (Wein «Grk»)

Halbinsel Pelješac - Ston ist bekannt wegen seiner Salinen, Austern und Muscheln – also dort kann man ausgezeichnet essen. Weinberge mit Plavac Mali.

Insel Lastovo – mit der Insel Palagruza als letzten Grenzpunkt zu Italien. Ausgezeichnete Isolation.

Insel Mljet - ( 35Nm von Dubrovnik ) – Nationalpark mit zwei Salzseen auf der Inseln umgeben mit Pinienwäldern, zahlreichen Restaurants aber auch vielen Teilen auf denen man es ganz allein genießen kann.

Die restlichen Elaphiteninseln auf dem Weg nach Dubrovnik – wie Dubrovnik, Šipan, Lopud, Koločep, sind sehr einfach zu erreichen und wunderbar für Aufenthalt tagsüber – Schwimmen in kristallklarem Wasser.

Lokrum – botanischer Garten und Kloster auf einer kleinen Insel vor der Altstadt Dubrovnik.

Seglerführer

Zyklonen und Antizyklonen
Die Wetteränderungen an der Adria sind von den Zyklonen und Antizyklonen über Mittel-und Südeuropa abhängig. Die Zyklonen bewegen sich gewöhnlich über die Adria von Westen nach Osten und bringen zuerst südliche Winde ( meistens Schirokko ) mit wärmerer und feuchterer Luft, Wolkenhimmel und Regenwetter. Nach der Zyklone, wenn die Antizyklone stärker wird und sich über das europäische Festland nach Osten verbreitet, ändert der Wind seine Richtung und beginnt von Nordosten zu wehen. Er bringt kalte und trockene Luft mit, die Bora zerstreut die Wolken und nach zeitweiliger Erkühlung wird das Wetter stabil. Bis zur Ankunft der neuen Zyklone überwiegt heiteres und ruhiges Wetter, im Sommer mit mässigem Nordwestwind (Maestral ) während des Tages.
Ein solcher Rhythmus ist für die Adria üblich, es bestehen nur Unterschiede in der Häufigkeit der Zyklonen und ihren Wegen. Während des Sommers sind sie seltener und bewegen sich nördlich von der Adria.

Unterschiede im Sommer und Winter
Im Sommer sind die Unterschiede zwischen Nord- und Südadria bedeutend kleiner, die zwei Adriahälften bilden ein einziges Klimagebiet mit vielen warmen und sonnigen Tagen, mit hohen, von sanften Winden (Maestral ) gemilderten Tagestemperaturen, mit niedrigen Prozenten von Feuchtigkeit und nicht zu heissen Nächten. Die Temperatur der Meeresoberfläche beträgt an der ganzen Adria 24-26 Grad.
Am Ende des Sommers werden die Unterschiede zwischen Nord- und Südadria grösser, vorerst in der Nacht, wobei die Tageswerte noch einige Zeit gleich bleiben. Die kühleren Nächte führen zum Temperaturunterschied des Meeres, das anfangs September im Norden schneller kalt wird. Einen Monat später wird die Meerestemperatur vor Istra (Istrien) schon 18 Grad und weniger, und im Süden kann sie weiterhin 22 Grad bleiben.

Gezeiten, Strömungen und Wellen
Ebbe und Flut haben an der Adria ziemlich kleine Amplituden und beeinflussen nicht bedeutend die Sicherheit der Navigation. Der Atmosphärendruck hat dabei eine grosse Wirkung.
Die Meeresströmungen werden nicht stark manifestiert und stellen kein Problem für die Navigation dar. Man soll doch damit rechnen, dass sie in einigen Kanälen eine Geschwindigkeit von 4 Knoten erreichen können.
Die Wellen der Adria sind nicht so hoch wie jene im Ozean. Der Südwind (Schirokko ) macht grössere Wellen als die Bora. Es wäre aber falsch eine Folgerung zu ziehen, dass die Wellen von Schirokko deswegen gefährlicher sind. Im Gegenteil, die Wellen von Bora sind halb so klein und haben bedeutend unregelmässigere Amplituden. Das bedeutet, dass der Schiffsrumpf dabei viel grössere Anstrengungen ertragen muss.

Die Winde an der Adria
Die ganze Ostküste der Adria hat ganz viele lokale Wettermanifestationen mit spezifischen Winden. Seit Urzeiten spielt das Erkennen von kleinen Zeichen in der Natur eine wesentliche Rolle im Leben der Fischer und Seeleute. Deswegen werden Sie kein Fehler machen den Fischer zu fragen, was für ein Wetter bis Abend oder morgen herrschen wird und wo am besten ist, den Anker zu werfen.

Bora
Als kalter Wind stürzt die Bora sich vom Gebirge senkrecht nieder in Richtung Meer.
Sie hebt Wasserstaub empor und reduziert die Sichtbarkeit. Die Bora wird von einer "Wolkenkappe" über das Hochgebirge angekündigt, - im Norden über Velebit, im Süden über Mosor und Biokovo.
Selten weht sie länger als drei Tage. Wenn ihre Bildung lokal ist, kann sie weniger als 24 Stunden dauern.
Da sie kalte und schwere Luftmassen mitbringt, sucht sie ihren Weg in Richtung Meer durch Verwerfungen und Taleinschnitte und zwischen höheren Massiven.

Schirokko
Der feuchtwarme Wind Schirokko weht von Südosten, die ganze Küste entlang, beim Ankommen der Zyklone über das Adriagebiet. Er bringt Wolken und Regenwetter, der Luftdruck sinkt. Er entwickelt sich langsam und man kann schon zwei, drei Tage früher die Vorzeichen spüren. Er weht länger als die Bora, fünf bis sieben Tage, im Winter auch länger.
Möglich ist auch der sogenannte trockene Schirokko, der mehrere Tage dauert ohne Regen zu bringen.

Maestral
Maestral ist ein "guter" Wind, besonders von Seglern beliebt und allen anderen, die im Sommer das Meer geniessen, denn er mildert die Sommerhitze. Das ist ein thermischer Tageswind von Nordwesten, von den Unterschieden zwischen der Erwärmung des Meeres und des Landes verursacht. Er weht üblich von Frühling bis Herbst und im Juli und August ist er am stärksten.
Er hebt sich um 9 oder 10 Uhr am Morgen, am Nachmittag erreicht er seine maximale Stärke und flaut ab mit dem Sonnenuntergang.
An der Nordadria ist der Maestral im ganzen schwacher als an der südlichen Adria.

Gewitter
An der Adria ist das plötzliche Unwetter (nevera), neben der Bora, ohne Zweifel das unangenehmste Erlebnis. Die Gewitter kommen mit hoher Geschwindigkeit von Westen, vom offenen Meer und dauern kurz.Sie kommen fast ausschliesslich im Sommer vor und sind immer häufiger mit dem Näherkommen des Herbstes.
Bei dem geringsten Anzeichen des Gewitters soll man gleich die nötigen Schritte unternehmen und sich am besten, so bald wie möglich, in Sicherheit zu bringen.
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